
Stolperstein in Linden
Desimo hat die Patenschaft für die Legung dieses Erinnerungssteins für Ernst Schüneman an der Limmerstraße 71 übernommen.
Der Zauberkünstler Ernst Schünemann wurde 1897 in Hannover geboren und wohnte die ersten Lebensjahre in der Limmerstraße 71. Nach der Schule lernte er Koch. Als Freiwilliger zog er in den Ersten Weltkrieg, kam in Kriegsgefangenschaft und wahrscheinlich erst 1920 wieder frei. Zunächst arbeitete er wieder in seinem erlernten Beruf, trat dann aber ab 1924 als Artist und Zauberkünstler auf.
Anfang 1939 wurde Ernst Schünemann verhaftet und im Februar 1939 im Gerichtsgefängnis Hannover inhaftiert.
Das Landgericht Hannover verurteilte ihn aufgrund der Paragraphen 175 und 175a Strafgesetzbuch wegen „widernatürlicher Unzucht“ zu drei Jahren Zuchthaus. Zur Last gelegt wurden ihm 13 Fälle homosexueller Handlungen, darunter auch zwei „Versuche“, die ebenfalls strafbar waren. Weil er anscheinend ein „gewöhnlicher“ Schwuler war, merkte das Nazi-Gericht die selten geäußerte Meinung an: „Der Angeklagte ist auf dem Gebiet der Unzuchtshandlungen mit Männern Gewohnheitsverbrecher, aber kein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher ...“ Er war nicht vorbestraft. Noch im selben Monat transportierte man Ernst Schünemann in das Zuchthaus Hameln. Dort wurde er im Februar 1941 mit einer Lungenentzündung in das Anstaltslazarett eingeliefert. Seine Krankheit verschlimmerte sich. Er verstarb im Alter von nur 44 Jahren. Sein Tod dürfte auch durch die schrecklichen Haftbedingungen im Zuchthaus Hameln verursacht worden sein.



